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Das äußere Produkt und Determinanten
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- 1. Das äußere Produkt
- 2. Definition einer Determinante
- 3. Eigenschaften einer Determinante
- 4. Der Laplacesche Entwicklungssatz
- 5. Weitere Folgerungen aus dem Satz von Cauchy/Binet
1. Das äußere Produkt
Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten Determinanten einzuführen. Ein Weg ist, über das äußere Produkt zu gehen. Die folgenden Ausführungen erfolgen in enger Anlehnung an das Buch Matrizenrechnung von Wolfgang Gröbner (1966).
Es sei
Das äußere Produkt (Zeichen
insbesondere
Im
liegen also die Einheiten höherer Stufe wieder im ursprünglichen
Vektorraume, so gilt in diesem Falle für das äußere Produkt, welches man
auch vektorielles Produkt nennt (Schreibweise:
Die Verallgemeinerung auf das äußere Produkt von Vektoren höherer Stufe geschieht nach der Regel
entsprechend
Unter einem Vektor
1. Satz: Sind
Der Beweis ergibt sich durch direktes Ausmultiplizieren der rechten Seite. Bis auf den ersten Summand verschwinden alle weiteren Summanden, da bei allen anderen Produkten, außer dem ersten, stets zwei gleiche Vektoren miteinander äußerlich multipliziert werden.
2. Definition einer Determinante
1. Während das Produkt von
Alle Glieder, welche das Produkt von zwei Einheiten mit gleichem Index enthalten, verschwinden. Für die Determinante schreibt man
wobei
2. Beispiel:
Aufgrund der hohen Anzahl der Summanden, nämlich
3. Mit Hilfe von Determinanten lassen sich auch die Produkte von weniger als
ist
wo
gilt
mit
3. Eigenschaften einer Determinante
1. Bemerkung: Es gelten:
(1) Die Determinante einer quadratischen Matrix
ist eine homogene, lineare Funktion der Elemente einer jeden Zeile und einer jeden Spalte.
(2) Eine Determinante ändert ihr Vorzeichen, wenn man zwei Zeilen oder zwei Spalten miteinander vertauscht.
(3) Eigenschaft (1) und (2) sind für eine Determinante charakteristisch. Bis auf eine Normierung durch einen Skalar, gibt es keine weiteren multilinearen, alternierenden Formen dieser Art.
2. Satz: Ist
Beweis: siehe Max Koecher (1985), S.119. ☐
3. Siehe Wolfgang Gröbner (1966).
Es seien
wobei
Durch Vergleich der ersten und letzten Zeile sieht man
4. Der oben abgeleitete Determinantenproduktsatz, wie auch letztlich das kanonische Skalarprodukt, ist ein Spezialfall der Formel von Cauchy/Binet, auch Determinantenproduktsatz für rechteckige Matrizen genannt. Cauchy, Augustin Louis (1789--1857) Binet, Jacques Philipe Marie (1786--1856)
Es sei
Jeder Zeilenvektor
mit den Zeilenvektoren
Durch Vergleich der Koeffizienten vor
5. Diese Formel kann man noch etwas verallgemeinern, wenn man statt
In Worten: Jede
6. Man untersucht nun Spezialfälle der obigen Formel.
Ist
Ist
mit den Zeilenvektoren
ergibt sich
Eine Anwendung dieser Formel liefert mit
Sind die
so folgt unmittelbar aus
In Worten: Der Betrag des äußeren Produktes von paarweise othogonalen Vektoren ist gleich dem Produkt ihrer Beträge. Dies ist die anschauliche Bedeutung des Spatproduktes. Das Volumen, welches von paarweise othogonalen Vektoren aufgespannt wird, ist gleich dem Produkt der Seitenlängen.
4. Der Laplacesche Entwicklungssatz
1. Siehe Wolfgang Gröbner (1966).
Es seien
und
Transpositionen um die natürliche Anordnung
Durch Zusammenfassen von Zeilenvektoren von
mit
und es wurde benutzt
oder allgemeiner
Zur Schreibvereinfachung definiert man das algebraische
Komplement
Statt algebraisches Komplement sagt man auch Adjunkte der Unterdeterminante
2. Satz: Allgemeiner Laplacescher Entwicklungssatz.
Laplace, Pierre Simon (1749--1827).
Man erhält den Wert der
Die Summen sind über alle
3. Nach dem oben hergeleiteten gilt offensichtlich leicht allgemeiner
Für
Wie üblich für
4. Satz: (Minor Inverser) Es sei
Beweis: Nach Cauchy/Binet ist
Nach dem Laplaceschen Entwicklungssatz ist
Es sind
5. Beispiel: Sowohl für Cauchy/Binet, Laplaceschen Entwicklungssatz als auch Minoren Inverser. Es seien
(1) Die Determinante von
Hierbei muß nicht wie bei dem Laplaceschen Entwicklungssatz nach einer Zeile (oder Spalte) immer ein Vorzeichenwechsel von einem Term zum nächsten stattfinden.
(2) Es ist
(3) Für den Minor
genauso
5. Weitere Folgerungen aus dem Satz von Cauchy/Binet
Aufgrund seiner großen Bedeutung sei für den Determinantenmultiplikationssatz von Cauchy/Binet ein weiterer Beweis angegeben, der nicht Bezug nimmt auf das äußere Produkt.
1. Satz: (Satz von Cauchy/Binet) Es sei
Beweis: (für Cauchy/Binet) siehe Gantmacher, Felix R. (1908--1964), Gantmacher (1986). Man rechnet
Unter allen
☐
2. Der Satz von Cauchy/Binet liest sich für mehr als zwei Matrizen wie folgt
3. Es sei
die ^{
Die Anordnungen seien in lexikographischer Reihenfolge durchlaufen.
Beispielsweise erhält man für eine
Eine Umformulierung des Satzes von Cauchy/Binet ist:
Aus
4. Satz: Es sei
Dann gilt
Beweis: Siehe Felix Ruvimovich Gantmacher (1908--1964),
Gantmacher, 1986, "Matrizentheorie",
§3.7.
Die Potenz
enthalten.
Anwendung des allgemeinen Laplaceschen Entwicklungssatzes entwickelt nach
wobei
5. Beispiel: zu
erhält man
6. Eine direkte Folge ist der Vietascher Wurzelsatz.
Vieta (siehe Viète), Fran\c cois Viéte (1540--1603).
Entweder benutzt man eine Jordansche Normalform (
Es wird nicht behauptet, daß i.a.
7. Satz: Bei zwei diagonalähnlichen Matrizen
Beweis:
8. Satz: Es gelte
Beweis: Siehe James H. Wilkinson (1919--1986),
Wilkinson (1965) "The Algebraic Eigenvalue Problem",
siehe Gantmacher, Felix R. (1908--1964), Gantmacher (1986) "Matrizentheorie", §9.10.
Für ein beliebiges Eigenelement
9. Bemerkung: Beim Beweis war wesentlich, daß
10. Satz: Es sei
Beweis: siehe Wilkinson, J.H., Wilkinson (1965). Es ist
und
Also
Für
Den Beweis hätte man auch direkt über die Koeffizienten des charakteristischen Polynomes führen können. Nämlich mit
berechnet man die
Vertauschung von